Savoir-vivre

Genüsse zwischen Land und Meer

Les Halles de Narbonne

Wenn die Köche und Gourmets in den «Halles de Narbonne» den fangfrischen Fisch und das Gemüse, an dem noch Erde klebt, sicher in ihren Taschen verstaut wissen, stehen sie an der Tapasbar zusammen und geniessen zum weissen «La Clape» ein «Pa amb tomàquet» (getoastetes Weissbrot, eingerieben mit Knoblauch und Tomate und mit Olivenöl beträufelt). So wie das hier gesprochene Okzitanisch mehr mit dem Katalanischen gemeinsam hat als mit dem Französischen, so ist auch in der Narbonner Küche der katalanische Einfluss klar erkennbar. Darum wird zum «Rouget» (Meerbarbe) nicht die französische Ratatouille serviert, sondern die katalanische «Escalivada». Diese besteht aus Auberginen, Peperoni, Zwiebeln und Tomaten, die gegrillt und danach gehäutet, in Streifen geschnitten und mit Olivenöl beträufelt werden. Die täglich geöffnete Markthalle von Narbonne, ein spektakulärer Metallpavillon aus dem Jahr 1901, ist ein Treffpunkt echter Connaisseurs. Ganz im Gegensatz zu den zunehmend auf Tourismus getrimmten Wochenmärkten in verschiedenen Landstädtchen im französischen Süden.


Schatzkammer Languedoc: Auf dem Markt in Narbonne gibt es das Beste, was Erde und Meer zu bieten haben.

Die Weine von Château Laquirou harmonieren bestens mit den verschiedenen Spezialitäten des Languedoc, die gleichermassen vom Meer und von der Erde stammen. Zu den erstklassigen Austern, die keine zwanzig Kilometer vom Château entfernt aus dem Etang de Gruissan geholt und frisch verkauft werden, ist der frisch-fruchtige weisse Albus der perfekte Begleiter. Für den grossen Klassiker der Languedoc-Küche, das legendäre «Cassoulet», empfiehlt sich der Champs Rouge. Übrigens ist ein gekonnt zubereitetes Cassoulet nicht einfach ein Gericht, sondern ein Kunstwerk. Die Anhänger des Gerichts debattieren stundenlang über die Qualität der notwendigen Zutaten wie Entenschmalz, Räucherspeck oder lokale Bauernbratwurst. Auch die Frage, wie oft während des Backens die entstehende Kruste wieder umgerührt werden soll, konnte bis heute nicht restlos geklärt werden. Über die Authentizität des Cassoulet wacht zwar kein Gericht, jedoch eine ebenso strenge Instanz, nämlich La Grande Confrérie du Cassoulet ...


Pata Negra von der «Bodega des Halles»

Genusstipps

Einkaufen: Les Halles de Narbonne
Boulevard Docteur Ferroul
F-11100 Narbonne
Tel. +33 (0)4 68 32 63 99
www.narbonne.halles.fr
365 Tage geöffnet von 7 bis 13 Uhr

Geöffnet an 365 Tagen im Jahr, ist die Markthalle von Narbonne nicht nur aufgrund ihrer Lage Mittelpunkt der Stadt. Vor allem an Samstagen und Sonntagen trifft sich «tout le monde» zu einem Gläschen Wein im historischen Pavillon, der von Victor Baltard in einem unverwechselbaren Stil erbaut und im Jahr 1901 eröffnet wurde. Glücklich schätzen kann sich der Reisende, der eine Ferienwohnung mit Küche gemietet hat. Denn die angebotenen Leckereien und Delikatessen (wir lieben den Bellota-Schinken Pata Negra, den regionalen Schafskäse und die hausgemachten Pasteten) versprechen eine genussvolle Zeit auf der eigenen Sonnenterrasse.

Les Halles de Narbonne
Seit 1901 eine Institution in Narbonne: Die Markthalle im Zentrum

Austernzüchter: La Perle Gruissanaise
Avenue de l'Aiguille
F-11430 Gruissan
Tel. +33 (0)4 68 49 23 24
Öffnungszeiten:
täglich von 9 bis 19 Uhr

Gruissan ist schön, und doch sollten Sie diesmal nicht anhalten, sondern einfach auf der D132 nach Gruissan Plage weiterfahren. Sobald die Avenue de l'Aiguille erreicht wird, folgen Sie ihr einfach bis an Ende der Landzunge, vorbei an den berühmten Chalets von Gruissan den Stelzenhäusern.
Zwischen Meerwasserecken und Wellenbrechern liegt sie: eine der bekanntesten Austernzuchten weit und breit. Angeboten werden die Gruissan-Austern in verschiedenen Grössen, im Korb für daheim oder gleich hier; im Restaurant am Meer. Wer gut plant, packt Weingläser, Korkenzieher und ein Austernmesser in den Picknickkorb, kauft eine Portion Schalentiere, vielleicht noch ein paar frische Garnelen, Brot und unseren Weisswein.
Mit all diesen Genüssen setzen Sie sich am besten an den sieben Kilomerter langen Strand mit den sicherlich feinsten Sandkörnern Europas und schwelgen in mediterraner Lebensart.

Ferienwohnungen: La Maison des Vendangeurs
Drei Häuser, zwei in Fleury und eines am Meer in Gruissan, verbinden alte französische Bausubstanz mit heutigem Wohndesign. Beide Orte bieten eine ideale Ausgangslage für einen Besuch auf Château Laquirou und zum Einkaufen in der Markthalle von Nabonne. Die Küchenausstattung in allen Ferienwohnungen ist übrigens «formidable», empfehlenswerte  Restaurants liegen in nächster Nähe.
www.mdvendangeurs.com

Restaurant: La Tulipe Noire
3 Rue du Ramonétage
F-11560 Fleury d' Aude
Tel. +33 (0)4 68 45 59 80

Fleury d'Aude ruht in sich selbst, das Restaurant La Tulipe Noire tut es erst recht. Auf der Karte stehen Gerichte der kreativen regionalen Küche. Jakobsmuscheln, Rouget, Foie gras mit Aprikosen ...
Nie vergessen darf man danach Käse und eines der köstlichen Desserts. In den warmen Monaten lädt der romantische Vorhof zum Verweilen ein.