Reben

Sortenvielfalt und Terroir

La Clape ist leicht verständlich. Man muss nur einmal dagewesen sein, durch die Dörfer und Reben streifend, schon ist man gefangen von der einstigen Insel, die sich längst mit dem Festland verbunden hat. So ging es uns, als wir uns vor vielen Jahren in das Weingut verliebten. Ihren besonderen Charakter hat La Clape beibehalten. Ihre wilde Schönheit, die rauen Landschaften, die Garrigue, die schroffen Felsen, die unverwechselbare Flora und Fauna. Pinienwälder existieren hier, die einzigartige Centaurea corymbosa, eine Flockenblume. Wilde Kräuter, wie Rosmarin, Thymian und Lavendel.

Doch es gibt Unterschiede. Man kann sie erkennen, wandert man durch die Reben, vom Weingut hinaus in Richtung der Hügel. Die tieferen, in der Talmulde gelegenen Parzellen mit nährstoffreicheren Böden, einem Gemisch aus Sand und organischem Material, ergeben ausgesprochen elegante Weine, wie beispielsweise den fruchtigen, schon in seiner Jugend verführerischen Rosé «Sarriette». Die sehr kalkhaltigen, weiss schimmernden Böden in den Hügelzonen, den sogenannten «Coteaux», sind ideal geeignet für die bis zu 60 Jahre alten Grenache- und Carignan-Stöcke. Auf Lehm wiederum, der mit den typischen roten Steinen durchsetzt ist, wachsen Syrah, Mourvèdre und die weisse Sorte Bourboulenc.

Die Kunst des Kellermeisters ist es, die verschiedenen Sorten und Partien zu assemblieren. Alle Weine sind Cuvées aus mehreren Rebsorten, je nach Jahrgang, Erntemenge und Entwicklung während der Vinifikation zusammengestellt.
Alle Weinberge werden inzwischen kontrolliert biologisch bewirtschaftet; auf den Einsatz synthetischer Pflanzenschutzmittel wird verzichtet, und selbstverständlich kommen auch keine chemischen Insektizide zum Einsatz. Eine strikte Form der Natürlichkeit, wie sie passt zu Château Laquirou, zu den Menschen, die hier leben, zur uralten Landschaft von La Clape.

Die Sorten

Folgende elf alteingesessene Sorten des Languedoc werden auf Château Laquirou angebaut:

Weiss

Bourboulenc (4 ha)

Wird weltweit auf nur rund 650 Hektar kultiviert, davon befinden sich 50 in La Clape. Spätreifend. Oft hervorragend, mit guter Struktur, Zitrusaromen und präsenter Säure.

Grenache Blanc (1,5 ha)

Körperreich, mit verhaltener Kräuter-Aromatik und eher tiefer Säure.

Roussanne (0,25 ha)

Blumige und mineralische Aromen, kräftig, mit guter Säure. Lagerfähig.

Viognier (0,5 ha)

Ursprünglich aus dem «Massif Central» wird diese Traubensorte heute vor allem in der Region Lyon angebaut. Kräftige Farbe und prägnante Aprikosen-, Pfirsich- und Blütenaromen (Veilchen, Maiglöckchen).

Rot

Grenache Noir (8 ha)

Ergibt auf kargem Terroir vollfruchtige, alkoholreiche und doch weiche Weine mit wenig Tannin.

Syrah (12 ha)

Edelsorte. Aromen von Johannisbeeren und Pfeffer. Viel Tannin, lagerfähig.

Carignan (7 ha)

Kräftig, mit präsenter Säure und viel Tannin. Oft reife Aromen wie Pflaumen und Feigen.

Mourvèdre (1 ha)

Sehr spät reifend. Dunkelfarbig, kräftig, mit viel Tannin und Aromen von Brombeeren.

Marselan (1,5 ha)

Kreuzung zwischen Grenache Noir und Cabernet Sauvignon. Fruchtig mit Aromen von dunklen Beeren.

Merlot (1 ha)

Ursprünglich aus Südwestfrankreich, wird diese Traubensorte seit den 80er Jahren im Languedoc angebaut. Aromen von reifen Früchten, fruchtig und körperreich.

Cinsault (1 ha)

Sehr fruchtige Aromen, wird vor allem zur Vinifizierung unseres Rosé eingesetzt. 

 

 Blick über die Reben
Intaktes Ökosystem: Die Rebberge von Château Laquirou liegen inmitten von Garrigue-Strauchlandschaft und Pinien